Wiener Equal Pay Day 2019: „Mit mutigen Schritten die Lohnschere schließen!“

SPÖ Wien Frauen und FSG-Wien-Frauen fordern Lohngerechtigkeit

Frauen in Wien verdienen im Durchschnitt pro Jahr 7.917 Euro weniger – und arbeiten damit statistisch gesehen ab dem 9. November bis zum Jahresende gratis. „In Wien ist die Lohnschere durch gute Fördermaßnahmen und politische Rahmensetzungen kleiner als in anderen Bundesländern und Österreich, dennoch stellt sich die Frage der Lohngerechtigkeit auch hier. Es braucht mutige Schritte um diese Lohnschere endlich zu schließen“, so die Vorsitzende der SPÖ Wien Frauen, Marina Hanke, anlässlich einer Medienaktion am Donnerstag.

Das Übernehmen von einem Großteil der unbezahlten Arbeit lässt Frauen weiterhin an die „gläserne Decke“ stoßen, so Korinna Schumann, FSG Wien Frauenvorsitzende. „Genau aus diesem Grund brauchen wir endlich eine vernünftige soziale Infrastruktur. Wir kommen um einen flächendeckenden Ausbau der Kinderbetreuungseinrichtungen in Österreich mit Schwerpunkt auf regionalen Bereichen sowie einen Ausbau der professionellen Pflege- und Betreuungsangebote nicht herum. Das alles ist längst überfällig.“

„Alle Betriebe müssen per Gesetz und durch Strafzahlungen dazu verpflichtet werden, die Einkommen ihrer MitarbeiterInnen offenzulegen. Darin soll in Zukunft auch der Gender-Pay-Gap ausgewiesen werden und ein konkreter Maßnahmenplan, wie und bis wann Unterschiede ausgeglichen werden, verpflichtend sein. Bei nachgewiesener Unterentlohnung von Frauen müssen Unternehmen aktiv in die Pflicht genommen und auch Strafen verhängt werden“, stellte Hanke einen Teil der Forderungen vor. Unbezahlte Arbeit soll zudem gerecht zwischen Frauen und Männern aufgeteilt, Beruf und Familie durch mehr ganztägige Kinderbetreuungsangebote besser vereinbar werden sowie die Chance für Frauen auf Führungspositionen erhöht werden.

„Frauen leisten nach wie vor einen Großteil der unbezahlten Arbeit und kümmern sich um Hausarbeit, Kindererziehung und Pflege von Angehörigen. Das wirkt sich auf das Einkommen und die Pension aus. Die Einkommensschere setzt sich in der Pension fort. Altersarmut betrifft noch immer vor allem Frauen. Das ist alarmierend“, ergänzte Wiens Frauenstadträtin Kathrin Gaál bei der Medienaktion. Und: „Es ist wichtig, Mädchen und junge Frauen zu stärken und zu unterstützen. Mit Veranstaltungen wie etwa dem Wiener Töchtertag und den Mädchen-Workshops im Frauenzentrum zeigen wir Mädchen und jungen Frauen ihre Möglichkeiten auf. Sie sollen wissen: Ihr könnt alles!“, so Gaál.

„Beim derzeitigen Tempo würde sich die Lohnschere in Österreich erst bis 2050 schließen. Das ist aus unserer Sicht zu langsam. Daher braucht es weitere und mutigere Maßnahmen, um diese Entwicklung zu beschleunigen. Vorbild dafür ist für uns Island, das seit 2009 den jährlichen ‚Global Gender Gap Index‘ anführt“, erklärte die Wiener SPÖ-Frauensekretärin Nicole Berger-Krotsch abschließend.

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