Landeskonferenz der FSG-Wien-Jugend beschließt Forderungsprogramm

Zahlreiche Ehrengäste bei der Eröffnung

Zahlreiche Ehrengäste konnte die scheidende Vorsitzende der FSG-Wien-Jugend Carina Köpf, bei der Eröffnung der Landeskonferenz in der ÖGB-Zentrale Catamaran in Wien begrüßen. Die Delegierten beschlossen auch einen umfangreichen Leitantrag als ihr Forderungsprogramm für die nächsten Jahre.

Jugendstadtrat Jürgen Czernohorszky betonte wie wichtig es ist, dass sich junge, sozialdemokratische GewerkschafterInnen gerade in der Arbeitswelt für junge Menschen einsetzen. Katharina Weninger, die Wiener Vorsitzender der Jungen Generation, hob die ausgezeichnete Zusammenarbeit der sozialdemokratischen Jugendorganisationen hervor. FSG-Wien-Vorsitzender Christian Meidlinger erinnerte, dass auf Wiener Ebene die Sozialpartnerschaft noch funktioniere und die Stadt Wien in den vergangenen Jahren die Lehrlingsentschädigungen um bis zu 43 Prozent erhöht hat. AK-Vizepräsidentin Renate Blauensteiner verwies auf den wichtigen Beitrag der jungen GewerkschafterInnen beim Kampf gegen die Hetzer und Spalter die nur die Rechte der ArbeitnehmerInnen einschränken wollen. FSG-Bundessekretär Willi Mernyi zeigte auf, dass es die jungen GewerkschafterInnen waren die den Plan der vorherigen Regierung die Jugendvertrauensräte abzuschaffen, „mit einem bewundernswerten Engagement“ zum Scheitern gebracht haben.

Beschlossen wurde von den sozialdemokratischen JunggewerkschfterInnen auch ein Leitantrag im dem die Positionen und Forderungen zusammengefasst sind. In der Einleitung heißt es wörtlich: „Als Gewerkschaft, besonders als Jugendgewerkschaft, sehen wir unsere Aufgabe darin, mehr und bunter zu werden. Als Organisation müssen wir in diesem Sinne weiblicher, migrantischer und offener werden. Besonders in Zeiten der Hetze gegen Minderheiten bedarf es mehr Solidarität. Wir bekennen uns zur „Eroberung“ der Straße – unsere Arbeit passiert dort, wo ArbeitnehmerInnen sind. Wir scheuen uns nicht den öffentlichen Raum mit diversen Aktionen zu einem gewerkschaftlichen Raum zu machen.“

Bildung macht stark, meinen die jungen GewerkschafterInnen und stellen fest: „Um Chancengerechtigkeit herzustellen, bedarf es einer grundlegenden Reform des Bildungssystems. Es muss sichergestellt sein, dass weder die abgeschlossene Bildung der Eltern, noch deren finanzielle Situation ausschlaggebende Faktoren für die Bildungslaufbahn von deren Kindern ist. Wir brauchen ein Bildungssystem, das Stärken stärkt und Schwächen schwächt.“

Weiters eine kleine Auswahl aus der langen Forderungsliste:

n Arbeitszeitverkürzung auf 30-Stunden pro Woche bei vollem Lohn- und

Personalausgleich.

n 6. Urlaubswoche für alle ArbeitnehmerInnen.

n Verteilungsgerechtigkeit – Her mit der Vermögens-, Schenkungs-, Erbschafts-

und Finanztransaktionssteuer.

n Ein optimales, öffentliches und solidarisches Gesundheits- und Pensionssystem.

n Leistbares und schönes Wohnen.

n Vielfalt – gegen Diskriminierung und Rassismus.

n Eine aktive internationale Friedenspolitik – gegen Globalisierung, Ausbeutung und Krieg.

n Moderne Unterrichtsmethoden, Schulbauten und Lehrinhalte.

n Flächendeckende Sprachförderung für alle Menschen mit Defiziten in

Deutsch.

n Anhebung der Mindestsicherung auf 1.100,- Euro/14 Mal jährlich und

der Mindestgehälter in allen Kollektivverträgen auf 1.700,- Euro.

n Arbeitsformen wie der Werkvertrag oder freie Dienstverträge müssen

abgeschafft werden. Diese sollen nur die Ausnahme, nicht die Regel

studentischer Erwerbstätigkeit darstellen.

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