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Diskussion zum Profiheer und sozialem Jahr

Zahlreiche GewerkschafterInnen unter den 300 Gästen

Rund 300 Besucherinnen und Besuchern kamen zur hochkarätigen Diskussionsrunde ins Kulturzentrum Eisenstadt, unter ihnen zahlreiche sozialdemokratische GewerkchafterInnen. Am Podium diskutierten Landeshauptmann Hans Niessl und Verteidigungsminister Mag. Norbert Darabos mit Militärexperte Brigadier Gerald Karner und der österreichische Arbeitersamariterbund-Präsident Franz Schnabl. Sowohl Niessl und Darabos, als auch die beiden Experten appellierten an die Zuhörerinnen und Zuhörer am 20. Jänner für das Profiheer und das freiwillige Soziale Jahr zu stimmen.

Der Landeshauptmann meinte, Profiheer und Soziales Jahr seien gut für das Burgenland und eine echte Chance in vielerlei Hinsicht: „Profis bringen mehr Sicherheit. Es wird neue Jobs geben. Der Frauenanteil wird beim Bundesheer ebenso wie in den Sozialberufen weiter steigen. Das ist eine Chance auch für Frauen!“ Vor allem spreche aber auch der Wandel der Zeit für eine Umstellung, so Niessl: „Die Zeit ist eine ganz andere. Wir wollen unsere Söhne und Enkel nicht mehr zwangsverpflichten. Es gibt ein Umdenken. Immer mehr Menschen sehen die Vorteile des Profiheeres. Man muss den Leuten sagen: Wer für die notwendige Veränderung ist, muss am 20. hingehen und für das Profiheer stimmen!“, appelliert Niessl.

Der Verteidigungsminister stieß ins gleiche Horn: „Es gibt den Eisernen Vorhang nicht mehr, Massenheere sind passé. Ich kann dieses Modell guten Gewissens vorschlagen, weil ich glaube, dass es die Aufgaben des Bundesheeres besser bewältigen wird.“ Das sei gerade auch beim Katastrophenschutz der Fall, so Darabos: „Wir hatten einmal die Bedarfsspitze von 12.000 benötigten Soldatinnen und Soldaten bei einer Katastrophe. Im neuen System haben wir 23.000 zur Verfügung. Wir können also mit dem neuen System die Mannstärke für den Katastrophenschutz gewährleisten!“

Experten: „Mehr Plan- und Berechenbarkeit!“

Einen Wandel der Aufgaben sieht auch Militärexperte Brigadier Karner: „Für Cyber-War und Auslandseinsätze brauche ich keine Rekruten. Dafür braucht man Profis! Mit einem Heer von 55.000 Personen im jetzigen Zustand können wir im Ernstfall auch nicht alle schützenswerte Objekte bewachen. Ein Profiheer kann da schneller reagieren. Ich kann mir nicht vorstellen, dass gegebenenfalls ein zwei Monate ausgebildeter Rekrut einem Terroristen von Al Qaida gegenübertreten soll. Da wünsche ich mir auch Profis!“ Die Horrorszenarien der Gegenseite würden im Übrigen einfach nicht stimmen. Da werde zum Teil mit alten Modellen gerechnet, so Karner.

Der Präsident des Arbeitersamariterbund Österreich betont dagegen die Vorteile des freiwilligen Sozialen Jahres: „Der Zivildienst hat Risiken für die Einsatzorganisation, was die Plan- und Berechenbarkeit betrifft. Das Soziale Jahr bringt da einfach Vorteile wie mehr Professionalität und Qualität. Es wird mindestens die gleiche Leistung garantieren! Das Horrorszenario, die Rettung komme später, ist einfach falsch - im Gegenteil!“ Einen Engpass bei den Bewerberinnen und Bewerbern befürchtet Schnabl nicht: „Ich bin überzeugt, wir werden mehr Bewerber haben, als wir einstellen können.“ Er erwarte dagegen eine höhere Motivation.
 

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